Analyse der Risikopersönlichkeit für eine optimale Portfolioplanung

Kundengerechte Beratung bedeutet, die Bedürfnisse und Wünsche des Kunden zu erfassen und in eine passgenaue Kaufempfehlung zu übersetzen. Je komplexer das Produkt, desto wichtiger, aber auch schwieriger ist die Beratung. Nicht nur, um Ihnen als Kunden eine optimale Anlageempfehlung an die Hand zu geben, sondern auch, um den Anforderungen des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) zu entsprechen.

Das WpHG verlangt eine Anlageberatung, die die Anlageerfahrungen, den Anlagehorizont, die finanziellen Verhältnisse und die Risikobereitschaft der Anleger berücksichtigen. Während die drei erstgenannten Variablen relativ einfach zu erfassen sind, erfordert die Einschätzung der Risikobereitschaft eine genauere Betrachtung.

Objektive Risikoeinschätzung
im psychologischen Kontext

Psychologische Forschungsreihen haben ergeben, dass die Risikodisposition eine über die Lebenszeit stabile Persönlichkeitseigenschaft ist. Sie entscheidet unter anderem darüber, ob ein Anleger mit seiner Investition zufrieden ist. Ein risikoscheuer Anleger wird demnach mit einem hochspekulativen Investment ebenso unglücklich sein wie ein risikofreudiger Investor mit einem konservativen Rentenfonds. Die korrekte Erfassung der Risikopersönlichkeit des Anlegers ist also die Grundlage einer kundengerechten Beratung und Anlageempfehlung.

Die Einschätzung der psychologischen Risikodisposition des Anlegers ist die Achillesferse jeder Beratungssituation. Die psychische Bereitschaft Risiken einzugehen und sich mit diesen auseinander zu setzen, war bisher der subjektiven Einschätzung des Anlageberaters oder des Kunden selbst überlassen.

Unsere Portfolioplanung beruht auf den Ergebnissen einer 30-jährigen Forschungsreihe am Münchner Max-Planck-Institut unter Leitung von Prof. Dr. Dr. J. C. Brengelmann. Ziel der Studie war es, den Zusammenhang von Risikopersönlichkeit und dem Umgang mit Geld zu durchleuchten.

Diesen Forschungsergebnissen zu Folge besitzt jeder Mensch eine messbare Risikodisposition, die seinen Umgang mit finanziellen Risiken bestimmt.

Die komplexe Auswertung der Faktoren Risiko und Kontrolle wurde mit Hilfe des so genannten Risiko-Kontroll-Verfahrens perfektioniert und technisch umgesetzt.

Risiko-Kontroll-Verfahren

Die in der Studie ermittelten Typologien der Anleger setzen sich aus zwei Hauptkomponenten zusammen: dem Risiko (Risikobereitschaft, Risikoaversion) und der Kontrolle (Steuerung, Ablenkung). Beide Faktoren sind über Zeit und Situation stabile Persönlichkeitsmerkmale.

Die Kombination dieser Komponenten ergibt eine Finanztypologie mit 4 Risikotypen. Unseren Kunden steht mit dem PortfolioPlaner ein wissenschaftlich fundiertes Messinstrument zur Verfügung, das erstmalig auch die objektive, also Ihre tatsächliche Risikopersönlichkeit erfasst.

PortfolioPlaner – Verfahrensumsetzung in die Praxis

Anhand von wenigen gezielten Fragen werden zunächst die relevanten Größen zur Bestimmung der Risikopersönlichkeit erfasst. Das Ergebnis ist ein Risikoprofil, das in eine zweidimensionale Matrix übertragen wird. Die Achsen dieser Matrix sind jeweils eine 9-stufige Skala für den Risikowert und für den Kontrollwert.

Der Kontrollwert beschreibt die Bereitschaft, persönliche Risiken zu überblicken. Dabei wird neben der Fähigkeit, solche Risiken auch tatsächlich zu kontrollieren, unter anderem die individuelle Wahrscheinlichkeit sich abzulenken zu lassen, berücksichtigt. Es geht also in erster Linie darum, ob jemand spontan und impulsiv oder eher überlegt und rational seine Entscheidungen trifft.

Der Risikowert zeigt sowohl die Freude am Risiko als auch die Tendenz Risiken zu vermeiden. Diese häufig gleichzeitig vorhandenen Gefühle ergeben erst im Zusammenspiel die tatsächliche Einstellung zum Risiko.

Im Unterschied zu herkömmlichen Methoden der Erfassung von Kundenpersönlichkeiten, die in der Regel eine immer feinere Definition prototypischer Zielgruppen verfolgt, erlaubt dieser Ansatz eine individuelle und dennoch klassifizierbare Beschreibung des Anlegers.

Basic Asset Allocation – der letzte Schritt
 
Die Risikoprofilierung der Portfolioplanung integriert in einem abschließenden Schritt weitere wesentliche Investitionskriterien wie persönliche finanzielle Situation, gewünschter Anlagehorizont (kurz-, mittel- oder langfristig) und Anlageerfahrungen.

Erst nach Abschluss dieses Prozesses werden die 81 theoretischen Risikoprofile in eine tatsächliche Anlagestrategie, die so genannte Basic Asset Allocation (BAA), übertragen. Diese beschreibt die optimale Gewichtung der Bereiche Geldmarkt, Aktien oder Renten, jeweils aufgrund der aktuellen Markteinschätzung unseres Research-Teams.

Zusätzlich fließen konjunkturelle Prognosen und Einschätzungen wie beispielsweise die des Wirtschaftswachstums und der Zins- und Währungsentwicklung einer Volkswirtschaft in die Basic Asset Allocation ein. Erst dann wird in einem umfassenden dualen Prozess, der sowohl quantitative als auch qualitative Faktoren berücksichtigt, die geeignete Fondsauswahl für die Einzelsegmente getroffen. So wird die Anlagestrategie (BAA) optimal in eine konkrete Anlageempfehlung umgesetzt.

Unsere Kunden profitieren im gesamten Allokations- und Fondsauswahlprozess durch unsere jahrelange Erfahrung sowie durch unsere Zusammenarbeit mit renommierten Research-Häusern.


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