Riester-Rente
Top oder Flop oder: Für wen es sich lohnt zu „riestern“?
Welche Gründe führen dazu, dass die Mehrheit der Bevölkerung sich nicht intensiv mit der eigenen Altersvorsorge und speziell mit der Riester – Rente beschäftigt?
Mit der Einführung der Riester-Rente im Jahre 2002 hat die Bundesregierung versucht, einen Systemwechsel in der Rentenversicherung einzuführen. Trotz staatlicher Förderung kommt kein richtiger Schwung in die „Riester-Rente“. Die gesetzliche Rentenversicherung, die möglichst den Lebensstandard im Alter sichern oder mindestens vor Altersarmut schützen soll, wird in Zukunft nicht mehr die an sie gestellten Anforderungen erfüllen können, wenn es ausschließlich bei der Finanzierung über das Umlageverfahren durch den Generationenvertrag bleibt.
Die Rentenlücke wird so erheblich sein, dass in 30 Jahren nur noch ca. 58 % des letzten Nettoeinkommens, bezogen auf den Eckrentner, als gesetzliches Renteneinkommen zur Verfügung stehen wird!
Nicht nur durch die demografische Entwicklung sind die Rentenkassen in einer derart angespannten Lage, die sich in Zukunft auch noch verschärfen wird, sondern auch durch die schwache wirtschaftliche Entwicklung, gekennzeichnet durch die seit mindestens 10 Jahren anhaltend hohe Arbeitslosigkeit und die Vernichtung sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze, derzeit ca. 1.000 pro Tag.
Das gesetzliche Rentenversicherungssystem soll durch die modifizierte Rentenanpassungsformel so stabilisiert werden, dass die Beitragssätze bis zum Jahre 2030 bei gleichzeitiger Absenkung des Rentenniveaus nicht weiter steigen!
Durch Einführung der Riester-Rente verfolgt der Gesetzgeber das Ziel, die Bürger an die private Vorsorge heranzuführen. Gleichzeitig wird das alte Prinzip des Umlageverfahrens in der GRV teilweise durch eine kapital-gedeckte Altersversorgung ergänzt - Erwerbstätige sparen also für ihr Alter aus ihrem verfügbaren Einkommen. Mit Hilfe von Zulagen und Steuererleichterungen sollen dafür Anreize geschaffen werden.
Ziel ist es, auch im Alter über ein ausreichendes Einkommen zu verfügen, zumindest aber bittere Armut zu vermeiden!
Was denkt der betroffene Bürger?
Untersuchungen zeigen, dass das Thema „Private Altersvorsorge" bei der Bevölkerung höchste Priorität besitzt, ca. 95% der Bürger halten die Vorsorge für sehr wichtig,
91% sind der festen Überzeugung, dass ihr Lebensstandard im Alter nur durch eine private Vorsorge gehalten werden kann!
Schätzungsweise gibt es potentiell 40 Mio. Personen, die förderungsfähig sind, einen geförderten Riester-Vertrag haben allerdings erst etwa 4 Millionen Menschen abgeschlossen. Die Entscheidung wird in die Zukunft verschoben. Hier sind Sie als Berater gefordert! - Holen Sie Ihren Kunden ab! Denn Forschungsinstitute haben festgestellt, dass 82% der 18-29jährigen sich intensiv mit dem Thema Altersversorgung auseinander setzen, aber nur etwa 5% können überhaupt realistische Angaben zu ihren künftigen Ansprüchen der GRV machen. Auch die Zielgruppe der Frauen in der Altersgruppe der 30-59jährigen sind sich über ihre unzureichenden gesetzlichen Rentenansprüche nicht im Klaren und sind schlechter über die Thematik der Altersversorgung informiert als Männer. Und obwohl die überwiegende Mehrheit sich mit dem Thema der privaten Altersvorsorge auseinandersetzt und Bedarf und Notwendigkeit erkennt, betrachtet sie diese andererseits nach wie vor als staatliche Aufgabe und überschätzt die staatlichen Leistungen erheblich.
Versteht der Bürger „Riester“ überhaupt?
Sicherlich nicht, das liegt einerseits an der Kompliziertheit und Unflexibilität der Riesterrente, andererseits aber auch an der Unkenntnis des gesetzlichen Rentenversicherungssystems und seinen Leistungen sowie an der fehlenden Einsicht in die Notwendigkeit des Sparens in eine private Altersvorsorge oder eine geförderte Riester-Rente.
Ein weiterer Hinderungsgrund zum Abschluss einer privaten Altersvorsorge, liegt im Steuersystem begründet. 60% der Bevölkerung glauben, dass sich eine private Altersvorsorge nicht lohne, da sich der Staat durch Steuern einen großen Teil wieder zurückholt, 79% der Befragten gaben an, dass die Rentenbesteuerung einen entscheidenden Einfluss auf ihre Vorsorgebereitschaft ausübt. Darüber hinaus fühlen sich 74% der Bevölkerung über die gesetzlichen Grundlagen unzureichend informiert!
Spart der Bürger überhaupt?
Zwischen 1980 - 2002 ist das Bruttoeinkommen real um 8% gestiegen, das Nettoeinkommen sank um 1,4% und die Eckrenten um 0,9%. Andere Quellen berechneten ein sinkendes Realeinkommen der Arbeitnehmer in den Jahren 1993 - 2003 in Höhe von etwa 5%.
Neuere Untersuchungen ergeben, dass gerade diejenigen Zielgruppen, für die die Riester-Rente eigentlich konzipiert wurde, aufgrund ihres geringen Einkommens gar nicht sparen können!
Die Sparneigung der Personen mit Nettoeinkommen bis 1200 € mtl. ist negativ, bei einem Einkommen bis 3.000 € werden weniger als 10% gespart, erst bis zu einem verfügbaren Einkommen bis 4.000 € können etwa 15% gespart werden.
Die Sparquoten vom Nettoeinkommen stellen sich wie folgt dar:
| Einkommen |
Quote in % |
| 1.300 – 1.500 |
1,2 |
| 1.500 – 2.000 |
2,8 |
| 2.000 – 2.600 |
5,2 |
Gerade in den unteren Einkommensgruppen bewirken die sinkenden Nettoeinkommen, dass fast 60% nicht genug für die private Altersvorsorge vorsorgen (können)! Fast jeder Dritte wird von Altersarmut betroffen sein. |